'Römische Geschichte. 2' - Digitalisat | MDZ

Scans: 46 und 456

Scan: 46

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Ein herrliches Weib war sie, und damals im blühendsten Alter. Den feinsten Ausdruck hatte sie ganz in ihrer Gewalt, und wer mit ihr sprach, glaubte, mit einer Grazie zu sprechen. Ein Vergnügen war es, sie nur zu sehen und zu hören, und weil sie sich mächtig genug fühlte, auch den kaltblütigsten, den abgelebtesten Mann an sich zu fesseln, hoffte sie bey einer Unterredung mit Cåsar ihren Vortheil zu finden, und da blos ihre Schönheit für sich sprechen zu lassen. Sie bat also um die Erlaubnis einer solchen Unterredung, und erhielt fie. Und nun schmückte sie sich, und studierte jede Miene, um im vollen Glanz der Majestät, und doch des höchsten Mitleids würdig vor ihm zu erscheinen.

Scan: 456

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Um eben diese Zeit war Mark Anton, nach der Schlacht bey Philippi, aufs feste Land in Asien gegangen, wo er entweder in eigner Per­son umherzog, oder seine Legaten brauchte, um in den Städten Gelder einzutreiben, und mit Königreichen zu måckeln. Bey einer solchen Ge­legenheit lernte er die Kleopatra in Cilicien kennen, er entbrannte in Liebe, jeder vernünftige Gedanke schwand aus seiner Seele des Aegypstischen Weibes Sklav, lebte er nur für fie, und ihre Umarmungen. Zu den unzähligen Unansständigkeiten, zu denen er sich dadurch hinreis­sen ließ, gehörte auch die, daß er ihre Brüder vom Altar im Dianentempel zu Ephesus hinweg­ zureisen und umzubringen Befehl gab.

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