Familie - Oikos - Care


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Call for Paper


Ein wesentlicher Teil der sozialen Wohlfahrtsproduktion findet im privaten Haushalt als unbezahlte vorwiegend von Frauen geleistete Care-Arbeit statt: Nahrungszubereitung, Haushaltsreinigung, Einkaufen, Wäschepflege, Kinderbetreuung, Kranken- und Altenpflege, Termin-, Zeit-, Ressourcen-, Finanzmanagement, Behördengänge, Beziehungspflege, etc. In diesem Sinne werden und wurden mit dem gemeinsamen Wirtschaften und Versorgen im Haushalt (Oikos, Oikonomia) grundlegende existenzsichernde Aufgaben geleistet, die erst im Zuge der Industrialisierung durch die formale Wirtschaft und staatliche Leistungen ergänzt – jedoch keineswegs ersetzt – wurden. Die existenziellen Versorgungs-, Verteilungs- und Produktionsaufgaben stellen weiterhin zentrale Funktionen von Haushalten dar, die gleichzeitig in solidarische Familien- und Geschlechterbeziehungen eingebunden sind. Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels werden diese vor neue Herausforderungen gestellt. So hat die stetig gestiegene Erwerbsbeteiligung von Frauen zu einer drastischen Verknappung zeitlicher Ressourcen im Haushalt geführt, die nur geringfügig durch eine haushaltsinterne Umverteilung der Care-Arbeit aufgefangen wurde. Stattdessen haben der Rückbau sozialer Sicherungssysteme, die Flexibilisierung der Erwerbsarbeit, die Alterung der Gesellschaft, die Pluralisierung von Lebensformen und neue Anforderungen an Nachhaltigkeit die Ansprüche an die Alltagsorganisation gesteigert und zusätzliche Belastungen kreiert.

Vor diesem Hintergrund widmet sich die Tagung explizit dem Produktions-, Versorgungs- und Wohlfahrtsaspekt von Haushalt und Familie und deren Organisationsprinzipien. Zudem soll damit eine Diskussion zu einer systematischen Verortung des Haushalts in der Familiensoziologie angeregt werden, die durch dezidiert haushaltswissenschaftliche Perspektiven bereichert werden soll.

Den Auftakt der zweitägigen Veranstaltung bilden zwei Keynotes:

Eingeladen sind qualitative und quantitative empirische sowie methodische Beiträge, die sich explizit mit der Ressourcen- und Produktionsökonomie des privaten Haushalts in all seinen Facetten befassen sowie dessen soziale Einbettung in familiale und andere Solidarbeziehungen.

Wir bitten um die Zusendung von aussagekräftigen Abstracts im Umfang von maximal einer Seite bis spätestens 15.12.2022 an natascha.nisic@uni-mainz.de und nina.kluender@uni-paderborn.de. Bitte verwenden Sie für die Einreichung des Abstracts den Betreff „Frühjahrstagung Familiensektion 2023 Abstract“ in Ihrer E-Mail.