Die meisten Traumküchen sind keine Träume.
Sie sind die beste Variante aus dem, was gerade da war.
So läuft klassische Küchenplanung: Der Kunde kommt mit Vorstellungen, Beispielbildern, groben Ideen ins Studio. Dann wird versucht, aus den verfügbaren Programmen, Fronten, Farben und Materialien der geführten Hersteller etwas Passendes zusammenzustellen. Die Planung beginnt faktisch beim Sortiment. Die zentrale Frage lautet:
„Was können wir aus den Produkten bauen, die unsere Hersteller anbieten?"
Das Ergebnis kann gut sein. Es kann dem Kunden sogar gefallen. Aber es bleibt, was es ist: eine Annäherung innerhalb eines vorgegebenen Produktkatalogs. Der Kunde bekommt nicht seine Küche. Er bekommt die ähnlichste Küche.
Das Problem liegt nicht im Sortiment. Es liegt in der ersten Frage.
„Welche unserer Fronten gefallen Ihnen?" klingt harmlos — aber mit dieser Frage hat das Sortiment bereits den Rahmen der gesamten Planung gesetzt. Ab jetzt bewegt sich der Kunde nur noch innerhalb dessen, was ihm gezeigt wird. Und dann beginnt das bekannte Pingpong:
So lange, bis eine Küche entsteht, von der beide Seiten glauben, dass sie dem Geschmack des Kunden entspricht. Ob sie seiner ursprünglichen Wunschvorstellung entspricht, weiß an diesem Punkt niemand mehr — auch der Kunde selbst nicht.
Der Kunde wählt nicht, was er will. Er wählt, was seinem Wunsch innerhalb der gezeigten Auswahl am nächsten kommt.
Das ist der entscheidende, meist unsichtbare Unterschied. Auswahl fühlt sich an wie Freiheit — ist aber nur ein längerer Weg zur Vorauswahl eines anderen.
